
Beispiel Fahrradsammelschließanlage © Kienzler Stadtmobiliar GmbH
Fahrradsammelschließanlage (Fahrradparkhaus)
Die Fahrradabstellplätze am Diepholzer Bahnhof werden neu organisiert. Vorgesehen ist auch ein Fahrradparkhaus. Dafür entfallen die heutigen Fahrradboxen. Die Verwaltung wurde am 19. März von der Ratsmehrheit mit der Umsetzung beauftragt.
Zitat aus der Sitzungsvorlage SV/FD3/168/2025:
Mit flexibleren Arbeitszeiten und Homeoffice ist jedoch die Dauermiete der Fahrradboxen („gelb“), wie sie nördlich des Bahnhofes im Bereich der B+R-Anlage zu finden sind, nicht mehr zeitgemäß. Zudem ist der Unterhaltungsaufwand unter anderem durch Rost oder brechende Scharniere an den Türen gestiegen. Auch sind diese zu klein für Lastenräder und Fahrräder mit Anhänger. Ebenfalls sollte der Sicherheitsstandart erhöht werden, da die Fahrräder im Zuge des E-Bike Booms immer wertvoller werden. Folglich sollten die Abstellmöglichkeiten am Bahnhof für Fahrräder und E-Bikes mit modernen Sammelschließanlage erneuert werden. Eine überdachte, elektronisch, bedienbare Schließanlage würde eine smarte Kombination aus Schutz, Flächeneffizienz und Komfort im Bereich der B+R-Anlage erzielen. Die Fahrradsammelschließanlage bietet Raum für insgesamt 48 Doppelstockparker (96 Einstellplätze) und 4 Anlehnbügel (8 Plätze für Sonderfahrräder, Anhänger, etc.). Des Weiteren wurde die Aufbewahrungsmöglichkeit wie zum Beispiel für Helme, Regenjacken etc. in der Planung mit eingebunden. 16 Schließfächer mit integrierten Ladesteckdosen sollen den Nutzern zur Verfügung gestellt werden. Die Vermietung muss nicht mehr händisch im Rathaus erfolgen, sondern kann über ein digitales System vorgenommen werden. Zukünftig ist die Vermietung für einen befristetet Zeitraum vorgesehen. Es ist geplant, dass alle Fahrradboxen entfernt werden. Um mit den vorhandenen Ressourcen schonend umzugehen, sollen diese im Rahmen einer Versteigerung über das Portal „Zollauktionen“ veräußert werden.
Laut Ratsbeschluss werden die vorhandenen Fahrradboxen entfernt.
Dazu ein Zitat eines langjährigen Mieters einer Fahrradbox:
Guten Morgen,
ich bin leider erst heute Morgen, als ich meine Fahrradbox für ein weiteres Jahr mieten wollte, darauf aufmerksam gemacht worden, dass die Boxen zum 15.05.25 geräumt werden müssen. Ich wusste vorher nichts von den Umbauplänen und habe bisher auch noch keine Kündigung erhalten.
Ich miete die Box seit 2008 und fahre seitdem ganzjährig ca. 10km zum Bahnhof. Ich bin entsetzt über diese Pläne. Ich finde die Einzelfahrradboxen überragend, weil mein teures Rad dort gut geschützt ist und ich dauerhaft eine Tasche mit Regenkleidung, Werkzeug, Helm, usw. einfach am Rad lassen kann. Das wird in einem „Parkaus“ nicht möglich sein und 16 geplante „Wertschließfächer“ sind ein Witz.
Weiterhin empfinde ich es als Frechheit, dass es anscheinend überhaupt keine Übergangslösung gibt, bis das Fahrradparkhaus fertig ist. Sollen die bisherigen 96 Mieter der Radboxen jetzt wieder aufs Auto umsteigen? Ich denke mal nicht, dass die Fahrradbügel zur Abstellung infrage kommen. Wenn ja, hätte man wahrscheinlich keine Fahrradbox gemietet. Verkehrswende mal anders ????.
Haben Sie Informationen, ob die Planungen schon im Rat final beschlossen wurden oder ob noch Planungsänderungen möglich sind?
Laut Beschussvorlage soll den Mietern unverzüglich ein Infoschreiben ggf. mit einer Kündigung der Fahrradboxen zugestellt werden.
Aus Sicht der ADFC Ortsgruppe Diepholz ist eine zukunftsweisende Gestaltung der gesamten Fahrradsituation am Bahnhof zu begrüßen. Ein Fahrradparkhaus kann hierfür durchaus eine gute Lösung sein.
Doch viele Fragen bleiben für die Radfahrenden offen.
- Werden die angebotenen Abstellplätze im Parkhaus ausreichen?
- Gibt es die Option, das Fahrradparkhaus bei steigendem Bedarf durch ein weiteres Modul zu vergrößern?
- Sind Stellplätze wirklich sicher für Fahrrad, Gepäcktaschen und andere wertige Anbauten am Fahrrad?
- Wie wird das Einchecken funktionieren?
- Wird es morgens für die Pendler:innen längere Staus vor dem Parkhaus geben?
- Wird es für Pendler:innen reservierte Plätze geben?
- Wird Kurzzeitparken möglich sein und wird dann der vorhandene Platz wirklich noch für die Pendler:innen ausreichen?
- Warum wurden die Mieter:innen der alten Fahrradboxen nicht im Vorfeld über deren Kündigung und die weiteren Planungen informiert.
- Was passiert in einem Störungsfall. Wird es eine Servicenummer geben?