
Fahrradboxen am Bahnhof Diepholz © ADFC Diepholz
Offener Brief der ADFC OG Diepholz
Die ADFC OG Diepholz hat zu den geplanten Änderungen der Fahrradabstellvorrichtungen am Bahnhof in einem offenen Brief Stellung bezogen.
Offener Brief der ADFC Ortsgruppe Diepholz
Betr.: Zukunftsweisende Gestaltung der Fahrradsituation am Bahnhof Diepholz
Sehr geehrter Herr Marré,
sehr geehrter Herr Dornieden,
sehr geehrte Ratsmitglieder:innen,
sehr geehrtes Redaktionsteam der Kreiszeitung,
aus der Zeitung erfuhren wir von den neuen Plänen, die Fahrradsituation am Diepholzer Bahnhof zu verändern. Über das Internet versuchten wir, uns einen Überblick hierüber zu verschaffen. Wir beziehen uns im Folgenden auf die seitens der Stadt Diepholz öffentlich zur Verfügung stehenden Informationen. Ebenfalls aus der Zeitung erfuhren wir, dass der ADFC laut Sebastian Dornieden nicht beteiligt wird.
Aus Sicht der ADFC Ortsgruppe Diepholz ist eine zukunftsweisende Gestaltung der gesamten Fahrradsituation am Bahnhof zu begrüßen. Ein Fahrradparkhaus kann hierfür durchaus eine gute Lösung sein.
Doch viele Fragen bleiben für die Radfahrenden offen.
- Werden die angebotenen Abstellplätze im Parkhaus ausreichen?
- Gibt es die Option, das Fahrradparkhaus bei steigendem Bedarf durch ein weiteres Modul zu vergrößern?
- Sind Stellplätze wirklich sicher für Fahrrad, Gepäcktaschen und andere wertige Anbauten am Fahrrad?
- Wie wird das Einchecken funktionieren?
- Wird es morgens für die Pendler:innen längere Staus vor dem Parkhaus geben?
- Wird es für Pendler:innen reservierte Plätze geben?
- Wird Kurzzeitparken möglich sein und wird dann der vorhandene Platz wirklich noch für die Pendler:innen ausreichen?
- Warum wurden die Mieter:innen der alten Fahrradboxen nicht im Vorfeld über deren Kündigung und die weiteren Planungen informiert.
- Was passiert in einem Störungsfall. Wird es eine Servicenummer geben?
Wieso verwirren uns die Zahlen bezüglich der Nutzung der alten Fahrradboxen?
So werden in der „Vorlage“ von 98 vorhandenen Boxen 96 genutzt, was laut „Übersicht Auslastung“ eine Auslastung von 74% ist … ?
So bleiben viele Fragen offen, zum geplanten Fahrradparkhaus, über den Abriss der vorhandenen perfekten Fahrradabstellanlage und die gesamte Gestaltung des Bahnhofbereichs. Die Stadt plant am Schreibtisch und die Radfahrenden dürfen nachher die alltagstaugliche Nutzung testen. Wir fragen uns: “ Warum sucht man nicht das Gespräch mit den Alltagsexpert:innen auf dem Fahrrad?”
Wir freuen uns auf konstruktive Gespräche.
Stellungnahme der Stadtverwaltung im Diepholzer Kreisblatt vom 20. März 2025:
Für die Stadtverwaltung nahm Bürgermeister Florian Marré Stellung zu dem Fragenkatalog. „Seit 2022 ist die Stadt Diepholz hierzu bereits im Austausch mit dem Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN), da im Zuge der Aufnahme in das Städtebauförderprogramm ,Lebendige Zentren‘ die Neuordnung des Bahnhofsumfelds als eines der zentralen kommunalen Projekte in Diepholz als Ergebnis definiert wurde.“ Als Aufgabenträger für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) berate der ZVBN als Zusammenschluss mehrere Landkreise und Städte bei der Planung und Gestaltung mit dem Ziel einer Schaffung eines qualitativ hochwertigen ÖPNV. Der ZVBN begrüße die geplante Aufwertung der B+R-Anlagen durch die Neuordnung der gesicherten Stellplätze mit dem Ersatz der Fahrradboxen durch Sammelschließanlagen ausdrücklich, heißt es in der Antwort aus dem Rathaus. „Durch die Einrichtung der Sammelschließanlagen wird das Angebot abschließbarer Fahrradstellplätze erweitert. Erstmals werden am Bahnhof Diepholz auch für die Bahnkunden mit Fahrradanhängern und Lastenrädern sichere Abstellmöglichkeiten eingerichtet. Auch den Ersatz der Fahrradboxen sieht der ZVBN als eine optische Verbesserung im Erscheinungsbild des Bahnhofsumfeldes.“
Nach einem möglichen Projektbeschluss durch den Diepholzer Rat werde das Nutzungs- und Schließsystem der Sammelschließanlage inklusive der Kosten der Nutzung sowie die Nutzungsdauer durch die Verwaltung aufgearbeitet und in einem gesonderten Vorschlag zur politischen Beratung vorgelegt, schrieb Marré.
Zu den allgemeinen Merkmalen der Anlage heißt es in der Antwort des Bürgermeisters: „Allgemein sind Sammelschließanlagen modular – wie Fertiggaragen – zu installieren. Sie bieten auch nach Informationen der Deutschen Bahn sichere und trockene Abstellmöglichkeiten. Die überdachten und elektronisch bedienbaren Schließanlagen sind eine smarte Kombination aus Diebstahlschutz, Flächeneffizienz und Komfort. Die Türen lassen sich mit einer App, RFID-Karte oder PIN-Code öffnen. Dies verhindert unerwünschten Zutritt und bietet maximalen Diebstahlschutz.“
Marré: „Wir freuen uns sehr, dass auch aus Sicht der ADFC Ortsgruppe eine zukunftsweisende Gestaltung der gesamten Fahrradsituation am Bahnhof mit einem Fahrradparkhaus begrüßt wird.“